Gipfelstürmer bei der Dillier Classic

Fahrer: Andrea De Boni
Distanz: 126 KM 2.646Hm Platz 6
Wo: Bad Zurzach, Aargau, Schweiz
Wann: 3. August 2025
Wetter: 15° C sonnig

Am Sonntag war es endlich so weit: Zeit für die Dillier Classic! Genauer gesagt für das herausfordernde Format „Gipfelstürmer“, das mit seinen selektiven Anstiegen und dem Renncharakter alles von einem abverlangt.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite – kein starker Sonnenschein, aber auch kein Regen, was für optimale Bedingungen sorgte. Die angenehme Temperaturermöglichte volle Konzentration aufs Rennen. Die Stimmung entlang der Strecke und im Fahrerlager war – wie immer bei der Dillier Classic – einfach großartig.

Andrea De Boni Team LEODIN Dillier Classic 2025 ©Sportshot

Rennstart unter prominenter Führung

Gestartet wurde um 9:40 Uhr unter der Leitung von Mauro Schmid. Gleich zu Beginn kam es in meiner Gruppe leider zu einem Sturz in einer Kurve – ein Fahrer rutschte auf losem Kies weg. Zum Glück handelte es sich nur um einen leichteren Sturz, und das Rennen konnte fortgesetzt werden.

Bereits bei den ersten drei Anstiegen – Bossehus, Bürersteig und Ittenthal – konnte ich meine Stärke zeigen. In meiner Gruppe lag ich bis zum dritten Segment auf Platz 4, was mich zusätzlich motivierte. Als sich später die Gruppen wieder zusammenschlossen, zeigte sich jedoch, dass ein weiterer Fahrer noch schnellere Zeiten gefahren war. So landete ich schlussendlich auf dem 6. Platz im Gesamtranking – ein Resultat, mit dem ich durchaus zufrieden bin.

Am Ende des zweiten Segments übergab Mauro Schmid die Führung an Silvan Dillier, der uns bis ins Ziel anführte – ein starkes Erlebnis, von den Profis direkt begleitet zu werden.

Kraftvoll unterwegs – Leistungsdaten im Blick

Ein Blick auf meine Leistungsdaten zeigt, dass ich in den entscheidenden Momenten konstant hohe Wattzahlen treten konnte. Besonders in den ersten drei Anstiegen lag meine Leistung jeweils deutlich über 400 Watt, was auf explosive Antritte und kraftvolle Kletterpassagen hinweist.

Beim vierten und letzten Anstieg wurden die Beine langsam müde – hier sank die Wattleistung leicht ab, auf einen Durchschnitt von etwa 370 Watt.

Diese körperliche Belastung spiegelt sich auch in meiner Herzfrequenz wieder: In mehreren Segmenten erreichte ich Werte nahe 190 bpm – ein klares Zeichen dafür, dass ich bis ans Limit gegangen bin.

Fazit

Ein intensiver Renntag, starke Beine und ein lehrreiches Erlebnis. Das Format aus „Social Ride“ und fünf gemessenen Anstiegen gefällt mir besonders gut – es kombiniert das Beste aus zwei Welten: sportlicher Wettkampf und gemeinschaftliches Erlebnis. Dabei trifft man stets auf viele neue und interessante Menschen.

Der 6. Platz im Gesamtranking ist für mich ein starker Ansporn, beim nächsten Mal noch gezielter anzugreifen!

/ Andrea De Boni

Granfondo Gottardo

Fahrer: Andrea De Boni, Camilo Arango, Marco Mancini,
Matteo Conti, Sebastian Weinert
Wo: Quinto/ Airolo, Tessin, Schweiz
Wann: 20. Juli 2025
Wetter: 16° C, am Start bewölkt, später regnerisch
Distanz/Zeit: 112km 3.200hm
Ergebnis: Andrea 47, Camilo 30, Marco 44, Matteo 178, Basti 14
(Tremola: 48:16 Furka: 49:16 Nufenen: 1:01:02)
Foto © Matteo Conti, Sebastian Weinert, Sportograf

Ein super Rennen. Alle fünf Teamkollegen waren zu dem Rennen in Andrea De Boni’s Heimat angereist. So übernachteten wir nicht weit weg und hatten auch bei der besten Trattoria in Biasca noch eine tolle Zeit am Abend zuvor.

Am Renntag wurde sich kurz aufgewärmt, ehe der Start um 9.00 Uhr erfolgte. Mit drei Pässen wie Gottardo (Tremola), Furka und Nufenen ist das ganze Event eher ein dreifaches Bergzeitfahren, als ein richtiges Radrennen. Aber das weiß man vorher und weiß auch, vorauf man sich einlässt. Zumindest wenn bei vergangenen Austragungen schon einmal gestartet ist.

Passo di Gottardo inkl. Tremola (12,25km 2.081m)

Wir als Team fuhren gut zusammen; trafen uns oben am Gottard bei der Verpflegung Nr. 1, wo auch Andrea’s Bruder Michelangelo zeigte, dass er sich in einer top Verfassung befand: er war einfach sau schnell unterwegs. Regenjacke angezogen, denn es hatte dichte Wolken da oben, wo man jetzt sogar mit Windrädern versucht, das tausende Jahre alte Berg-Panorama aufzuhübschen, ging es in die rasende Abfahrt.

Furkapass (11,55km 2.417m)

Etwas über ein Flachstück, wechselten wir uns als Team gut ab, überholten andere Fahrer und wurden überholt. Spätestens als der Furka anstand. So unvermindert biegt man unten links ab, um sich plötzlich neben – wie sie in der Schweiz genannt werden – “Töffs” und Supercars in einem harten Anstieg wiederzufinden. Gen Ende drängten uns Wohnmobile in die Seite, so dass wir fast anhalten mussten, während eine motorisierte Zwei- wie auch Vierräder den Berg als Rennstrecke verstanden. Gut, so wie wir, nur das wir am unteren Rand der zweistelligen Geschwindigkeitsanzeige auf unserem Garmin unterwegs waren; die Farrari’s und Co. teilweise vermutlich dreistellig.

Oben gab Camilo nochmal richtig Gas und Sebastian folgte; um gen Bergkuppe dann die Führung unserer Gruppe zu übernehmen.

Es ging in eine Panorama Abfahrt, das Wetter wurde besser und wir genossen die Abfahrt. Wohl wissend, dass mit dem Nufenen noch ein Monsterpass auf uns wartete.

Nufenenpass (12,85km 2.473m)

Der Versuch, hier unter einer Stunde zu bleiben, scheiterte, wenn gleich die Gesamtauffahrt, die an der Furkastraße in Ulrichen im Wallis beginnt, einen am Ende der Veranstaltung oder besser gesagt im dritten Teilabschnitt, nochmal über 1.200 Höhenmeter auf fast 2.500 Meter ü.n.N. führt.

Kurz die Verpflegung gesucht, die Schlosshund- Regenjacke drüber gezogen und die Flaschen nochmal befüllt, ging es bei einsetzendem Nieselregen zurück auf das Flugfeld in Airolo. Bis dahin wechselten wir uns in der Führung gut ab.

Eine gelungene Veranstaltung, wenn auch nicht mehr so top wie früher. Die Veranstalter – so möchte man meinen – machen ein wenig Dienst nach Vorschrift und das mittlerweile über CHF 100.- teure Startgeld ist den Einsatz nicht mehr wert.

Wir werden in 2026 zum Training diese Runde fahren. Ohne Startnummer, aber vermutlich bei weniger Verkehr, weil wir uns das nicht am Wochenende antun.

Frühlingsrennen

Fahrer: Andrea De Boni
Wo: Hindelbank, Schweiz
Wann: Sonntag, 23. März 2025
Wetter: 11° C, heiter-wolkig
Distanz/Zeit: 61,4 km, 41,0 km/h Ø, 1:29:52h
Ergebnis: Im hinteren Hauptfeld ins Ziel gerollt

© Andrea De Boni

Am vergangenen Sonntag habe ich am ersten Radrennen der Saison teilgenommen, das Frühlingsrennen in Hindelbank. Das Wetter war recht gut – es war trocken und nicht zu kalt, also ideale Bedingungen für ein Rennen.

Das Fahrerfeld bestand aus etwa dreissig Teilnehmern und blieb während des gesamten Rennens mehr oder wenig kompakt. Das Rennen wurde auf einem Rundkurs ausgetragen, bestehend aus vier Runden von 15 Kilometern. Es gab mehrere Angriffe und Gegenangriffe, und zeitweise konnte sich sogar eine Ausreissergruppe absetzen. Doch das Hauptfeld schaffte es immer wieder, sich zu formieren. Nach jeder Kurve gab es einen kurzen Sprint, gefolgt von einer erneuten Gruppierung des Feldes.

Kurz vor dem Finalsprint, der auf einer ansteigenden und sehr schmalen Strasse (3–4 m breit) stattfand, befand ich mich in einer hervorragenden Position. Nach der langen Abfahrt war alles bereit für den Endspurt. Doch genau in dem Moment, als ich meinen Sprint anzog, schnitt mich ein anderer Fahrer komplett. Um einen Zusammenstoss zu vermeiden, musste ich ausweichen und landete in einem der angrenzenden Kartoffelfelder, während das gesamte Feld Richtung Ziellinie sprintete.

Trotz dieses unglücklichen Vorfalls war es ein tolles Rennen, und ich habe es sehr genossen, nach fünf Monaten Pause wieder Wettkampfluft zu schnuppern.

/ Andrea